Lilly

Einige haben sich in den vergangenen Tagen sehr nett nach unserer Fundhündin Lilly erkundigt.

Leider habe ich sehr traurige Nachrichten.

Nachdem wir auch noch eine zweite und dritte Meinung eingeholt hatten, blieb uns nur die traurige Gewißheit, dass Lilly unheilbar an einem Gehirntumor erkrankt ist und ihre Ausfallerscheinungen auf diese Tumorerkrankung zurückzuführen sind.
Darüber hinaus waren Lillys Leberwerte auch sehr schlecht und trotz intensiver Päppelung nahm sie nicht zu, sondern blieb so zart und zerbrechlich wie eine kleine Fee.

Heute haben wir daher Lilly schweren Herzens geholfen, einzuschlafen und ins Regenbogenland aufzubrechen, wo sie nun wieder ohne Schmerzen glücklich mit all den anderen Engel-Hunden herumlaufen und sich den Wind um die Nase wehen kann.

Wir sind sehr traurig und auch wütend, dass es in dieser unserer Wohlstandsgesellschaft immer wieder Menschen gibt, die alte kranke Tiere einfach wie Müll entsorgen anstatt auch die letzten Tage mit ihnen gemeinsam durchzustehen und sie dann auch auf ihrem allerletzten Weg zu begleiten? Waren Lillys Besitzer ihrer einfach überdrüssig? Scheuten sie die Tierarztkosten? Wir werden es wohl nie wissen. Wir konnten ihr nur so gut wie irgend möglich eine letzte Zufluchtsstätte bieten und sie bis zu ihrem letzten Atemzug begleiten.

Es ist immer so ganz besonders traurig, wenn ein Tier vom Tierheim seine letzte Reise aus antreten muss.
Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass die kleine Lilly-Fee nun ihren Frieden gefunden hat.

Traurige Grüße
Petra Zahn-Plikas
(2. Vorsitzende)

Für Lilly

Vielleicht…
hatten Sie Dich von Baby an.
Spielten mit Dir Bällchen
ab und an.

Vielleicht…
nahmen Sie Dich immer mit,
Du folgtest Ihnen auf Schritt und Tritt

Vielleicht…
lebten dort auch Kinder
und nahmen Dich mit in jeden Urlaubsort.

Doch diesmal ist es anders,
Sie setzten Dich an die Strasse und fuhren fort.

Sicher ist nur das eine;
alt und krank,
ganz wackelig trugen Dich die dünnen Beine

Sicher ist
Sie müssten jetzt bei Dir sein,
Sie sollten Dir in die müden Augen seh`n
und den letzten Schritt
mit Dir gemeinsam geh`n

Sicher ist nur das eine,
ich lass Dich in dieser Stunde
nicht alleine

Das erste mal
bist Du ruhig kuschelst Dich ganz fest an mich.
Tränen laufen über mein Gesicht
ich wünschte mir Du tätest das gerade heute nicht .

Ich halte Dich
fest in meinem Arm.
Ümhüll Dich mit einer Decke,
die hält Dich warm.

Sag leise
mit Tränen im Gesicht
„es tut mir leid!“

So weis ich doch
jetzt beginnt für Dich der wahre Frieden,
in der Regenbogenlandzeit.

Kerstin Sonnenfeld 04.05.2004
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